Curriculum Vitae

Ich wurde am 14.4.1955 in Hall in Tirol geboren und besuchte vom 1965 bis 1973 das Akademische Gymnasium in Innsbruck. Ab 1974 Studium der Klassischen Philologie (Lehramt) und Allgemeine Sprachwissenschaft (Doktorat) an der Universität Innsbruck. 1979 Sponsion zum Mag.phil. 1979-1980 unterrichtete ich Latein am Akademischen Gymnasium in Innsbruck und absolvierte zugleich das Probejahr.

Familie

Ich bin verwitwet und habe zwei Kinder. Meine Frau, Mag.Dr. Annemarie Kienpointner (1948-2011), ermöglichte wesentlich meine wissenschaftliche Karriere, indem sie ihre Mehrfachbelastung als AHS-Lehrerin, Hausfrau und Mutter viele Jahre liebevoll und engagiert ausfüllte, bis sie nach ihrer Pensionierung 2006 schwer erkrankte und nach fünfjährigem schweren Leiden 2011 starb. Meine Tochter Astrid ist Sinologin und arbeitet seit einigen Jahren als DaF-Lehrerin in der Erwachsenenbildung sowie als selbstständige Übersetzerin (Chinesisch-Deutsch). Mein Sohn Philipp ist Werbetexter. Meine nunmehrige Lebensgefährtin, Frau Dr. Jana Valdrová, war Germanistin an der Univ. Budejovice/Budweis (Tschechien), und spezialisiert auf deutsche Wortbildung, kontrastive Linguistik Tschechisch-Deutsch, Sprachdidaktik von Deutsch als Fremdsprache, und, last but not least, Pionierin der feministischen Linguistik, im Rahmen derer sie neben deskriptiven Analysen auch geschlechtsneutrale Sprachnormen für das Tschechische entwickelt hat.

Akademischer Werdegang

1981 trat ich eine Stelle als Universitätsassistent am Institut für Klassische Philologie der Universität Innsbruck an.
1982 Abschluss des Studiums der Allgemeinen Sprachwissenschaft und Promotion zum Dr.phil.
1983 erschien meine Dissertation unter dem Titel "Argumentationsanalyse" in den "Innsbrucker Beiträgen zur Kulturwissenschaft". 1984 erhielt ich für diese Arbeit den Förderungspreis der Stadt Innsbruck.
1985: Gründung des Innsbrucker Linguistikkreises zusammen mit Frau Prof. M. Iliescu und Dr. Silvio Ghislimberti.

Habilitation

1990: Verleihung der Lehrbefugnis für Allgemeine Sprachwissenschaft sowie Linguistik des Lateinischen und Griechischen an der Geisteswissenschaftlichen Fakultät der Universität Innsbruck. Zuweisung als Universitätsdozent an die Institute für Sprachwissenschaft und Klassische Philologie.
1990-1991: Forschungsjahr am Instituut voor Neerlandistiek der Universität Amsterdam (im Rahmen eines vom österreichischen Fond zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) verliehenen Schrödinger-Stipendiums).
1992 erschien meine Habilitationsschrift unter dem Titel "Alltagslogik" in der Reihe "problemata" (Frommann-Holzboog/Stuttgart).
1996 wurde mein Buch "Vernünftig argumentieren" bei Rowohlt (Reinbek bei Hamburg) veröffentlicht.
1994-2014: Mitglied des Redaktionsbeirates der internationalen Fachzeitschrift "Argumentation".
1987 bis 1996: Mitarbeit in der Redaktion der Zeitschrift "Lateinforum", die praktische Anregungen zum Lateinunterricht veröffentlicht.

Professur

1.10.1996: Berufung als Außerordentlicher Universitätsprofessor für Allgemeine und Angewandte Sprachwissenschaft ans Institut für Sprachwissenschaft der Universität Innsbruck.
Am 19.6.1998 wurde mir der ISSA-Award der International Society for the Study of Argumentation verliehen.
1999-2000: österreichischer Supervisor des Lise-Meitner-Post-Doc-Stipendiums (vom FWF finanziert, Projekt Nr. M436-SPR) von Dr. Shing-lung Chen, Associate Prof. an der Kao Hsiung Universität in Taiwan, zum Thema: "Interkulturelle Kontraste bei deutschen & taiwanesischen Bewerbungsgesprächen".
1999ff.: Mitbegründung des "Innsbrucker Sprachtelefons", einer Beratungseinrichtung zur Beantwortung von Anfragen aus der Bevölkerung und den Standesämtern zu Themen wie Herkunft von Namen, Orthographie, Grammatik, Stilistik (Stand 2014: über 2500 beantwortete Anfragen, die in einer Datenbank gespeichert sind).
2000ff.: Mitglied des Redaktionsbeirats der Online-Zeitschrift "Gesprächsforschung".
Nov. 2001-Jan. 2002: Visiting Scholar am English Department der University of Arizona, Tucson.
März 2005- Feb. 2007: Gastprofessor am Inst. f. Sprachwissenschaft der Univ. Wien (Vertretung von Univ.Prof.Dr. Ruth Wodak)
1.10.2005-31.9. 2008: Tätigkeit im Kuratorium des FWF (Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung), stellvertretender Referent im Bereich "Sprachwissenschaft".
2006-2011: Mitglied des Consultation Board der International Pragmatics Association.
Seit 2013 Mitglied des Redaktionsbeirats der internationalen Fachzeitschrift "Journal of Language and Politics".
Seit 2015 Mitglied des Redaktionsbeirats der internationalen Fachzeitschrift "Argumentation in Context".
Okt. 2006-März 2007: österreichischer Supervisor des ÖAD-Nord-Süd-Stipendien-Projekts "Discursive Masculinities and the War against AIDS: The Kenyan Experience" von Dr. James Ogola Onyango (Department of Literature, Languages and Linguistics, Egerton University, Kenya) betreut.
Seit November 2008: Mitglied des Redaktionsbeirats der internationalen Fachzeitschrift "Journal of Multicultural Discourses".
Seit Juni 2013: Mitglied des Redaktionsbeirats der internationalen Fachzeitschrift "Journal of Language and Politics".
April 2014 bis August 2014 war ich Hauptansprechpartner des japanischen Gastforschers Univ.Prof. Dr. Akio Ogawa (Kwansei Gakuin Universität, Japan), dessen Aufenthalt am Bereich Sprachwissenschaft von der Österreichischen Forschungsgemeinschaft finanziell unterstützt wurde.
Seit 1. Juni 2017 Projektleitung des vom Justizministerium finanzierten Projekts "Vorschläge zur Verbesserung der Verständlichkeit der Gerichtssprache". Projektausführende: Frau Mag.a Linda Prossliner (Projektdatenbank-Nummer 259894. P6410-017-018).

Gastvorträge

An den Universitäten Salzburg, Klagenfurt und Wien (Österreich), St. Gallen (Schweiz), Amsterdam (Niederlande), Bruxelles (Facultés St. Louis), Kopenhagen (Dänemark), Lund (Schweden), Lancaster (U.K.), Prag (Karls-Universität) sowie am "Laboratoire Communication et Politique" des CNRS, Paris, und am Centre Ernout, Univ. Sorbonne, Paris IV (Frankreich), ferner an der University of Arizona, Tucson (USA), und an der University of New Orleans (USA).

Lebenslauf als PDF zum Download

Gutachtertätigkeit

Abgesehen von den Zeitschriften "Argumentation", "Gesprächsforschung", "Journal of Multicultural Discourses" und "Journal of Language and Politics", habe ich auch Referee-Reports für die Zeitschriften "Argument and Computation", "Argumentation in Context", "Argumentation et Analyse du Discours", "Critical Discourse Studies", "Folia Linguistica", "Informal Logic", "Intercultural Pragmatics", "Journal of Language Aggression and Conflict", "Journal of Pragmatics", "Pragmatics and Cognition", "Pragmatics and Society", "Pragmatics", "Sociocultural Pragmatics" und "Text" geschrieben.

Betreuung von Diplomarbeiten und Dissertationen

Ich habe 55 Diplomarbeiten und sechs Masterarbeiten (ko-)betreut und begutachtet, ferner war ich bei 15 Dissertationen Erstgutachter und Betreuer, bei 16 Dissertationen Zweitgutachter bzw. Zweitbetreuer, bei einer Dissertation externer Gutachter (zum Antrag auf Druckkostenzuschuss an der Univ. Wien).

Begutachtung von Habilitationen

Ich habe fünf Habilitationen begutachtet (vier als externer, eine als interner Gutachter).

Gutachtertätigkeit und betreute Arbeiten als PDF-Download

Forschung

Meine Forschungsschwerpunkte liegen vor allem auf dem Gebiet von Rhetorik und Argumentation. Hier habe ich 3 Bücher, ca. 80 Aufsätze sowie 17 Rezensionen publiziert, darunter theoretische und empirische Beiträge zur Argumentationsforschung, Arbeiten zur Metapher und anderen Stilfiguren sowie Lexikon-Artikel zur Geschichte der antiken und modernen Rhetorik. In diesem Bereich plane ich in den nächsten Jahren vor allem Forschung zu einer Sammlung von "Freiheitsreden" (Arbeitstitel) von der Antike bis zur Gegenwart. Ein zweiter Hauptforschungsbereich betrifft die kontrastive Grammatik Latein-Deutsch. Eine zusammenfassende Monographie ist inzwischen in der Reihe "Deutsch im Kontrast" (hg. v. K. Vorderwülbecke und H. Schwinn, Inst. f. Deutsche Sprache, Mannheim) erschienen (Latein - Deutsch kontrastiv. Vom Phonem zum Text. Tübingen: Groos 2010). Ein daran anschließendes Projekt hat eine kontrastive Grammatik Türkisch-Deutsch zum Ziel. Insgesamt habe ich im Bereich Kontrastive Grammatik und Grammatiktheorie, zur strukturellen Semantik und Metapherntheorie, zur Höflichkeit in der Kommunikation, zur Sapir-Whorf-Hypothese, zur feministischen Linguistik sowie zum Themenbereich "Sprache und Dichtung" ca. 60 Aufsätze und 18 Rezensionen publiziert. Darüber hinaus bin ich Ko-Autor, Herausgeber und Mitherausgeber von 8 Büchern und von zwei Themenheften internationaler Zeitschriften ("Argumentation", "Pragmatics") im Bereich Allgemeine und Angewandte Sprachwissenschaft (Themen: Spracherwerbsforschung, Sprachen Europas, Grenzen der Sprache, Höflichkeit, Argumentation, Sprache und Politik).

Unter meiner Leitung wurde von den Bereichen Sprachwissenschaft und Klassische Philologie des Instituts für Sprachen und Literaturen der Univ. Innsbruck das 15. Internationale Kolloquium zur Lateinischen Linguistik (4.-9. April 2009, ca. 100 Teilnehmende aus ganz Europa, USA, Argentinien und Israel) an der Universität Innsbruck organisiert. Die Tagungsakten sind unter dem Titel "Latin Linguistics Today" (hg. v. P. Anreiter/M. Kienpointner, Innsbruck: Inst. f. Sprachen und Literaturen/Bereich Sprachwissenschaft) 2010 erschienen.

Tätigkeit in der akademischen Selbstverwaltung

1998: Vorstand des Instituts für Sprachwissenschaft
1998-2004: Vorsitzender der Studienkommission Sprachwissenschaft, Verfassen des 2002 in Kraft getretenen Studienplans Sprachwissenschaft (Diplomstudium nach UniStG 1997)
2007-2011: Vorstand des Instituts für Sprachen und Literaturen
2009/2010: Mitarbeit an der Erstellung des neuen Studienplans Sprachwissenschaft (Bakkalaureat, Master)
Seit 2009: Mitglied der Curriculum-Kommission der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät
2011-2013: Mitglied des Fakultätsrats der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät
Seit 2011: Bereichsleiter des Bereichs Sprachwissenschaft am Inst. f. Sprachen und Literaturen
Mitarbeit in zahlreichen Habilitations- und Berufungskommissionen.